Fast & Furious 8: Kritik „Das wird jetzt ein wenig laut“

Veröffentlicht: 2017/04/23 von PeeT in Filme, Kritik
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Die Reihe wird fortgesetzt und frei nach dem Motto „schneller, lauter, härter“ gibt es nochmal einen oben drauf.

Story
Dom und Letti sind in den Flitterwochen, als plötzlich eine Frau auftaucht und ihn anheuern will. Dom verrät sein Team und von nun an müssen sie sich gegeneinander stellen. Die Ziele der Frau sind allerdings noch größer, als einfach nur das Team zu trennen.

Charaktere
 Domenik Toretto hat sich scheinbar stark verändert. Seine hohe Wertstellung der Familie und seine Liebe und Zuneigung für Letti scheinen verschwunden. Mit allen Mitteln versucht er sich gegen das Team durchzusetzen. Über den Film gewinnt der Charakter nicht so richtig etwas dazu, wenngleich seine Seite durchaus anders gezeigt wird
 Das Team besteht aus den üblichen verdächtigen, deren Charaktereigenschaften weiter ausgespielt werden und damit für eine menge Belustigung sorgen.

Die Charaktere sind ein wesentlicher Bestandteil jedes F&F Films gewesen und so ist es auch hier. Das Zusammen- und Gegenspiel gibt dem Film die Seele, die er hat.
Außerdem wird der obligatorisch neue Charakter implementiert, der ebenfalls zu jedem neuen Film gehört.

NEHMEN SIE AWESOME! EXPLOSION!
Etwa so stelle ich mir die Besprechung zu Plot und Script des Films vor. Dass es nochmal größer werden musste, war klar. Und dass wieder eine Menge zu bruch geht, war ebenfalls klar. Fraglich ist nur gewesen, was, wann und wie oft. Die Warum-Frage ist schon sehr relativ geworden über die letzten Filme hinweg.
Schlussendlich gehen neben Städteteilen auch fragwürdige Dinge kaputt bzw nicht kaputt, wo ich mich als Zuschauer tatsächlich frage „Ehrlich? -.-“ Aber…

Humor
Der Film nimmt sich nicht ernst. Auch wenn es emotionale Momente gibt, so ist der Ton des films ganz klar auf etwas anderes ausgerichtet. Und mit einer entsprechnden Einstellung vom Zuschauer rechnet der Film auch. Die Schreiber haben erkannt, warum diese Reihe aktuell noch gefeiert wird und nutzen das aus, um dem Zuschauer immer wieder das zu präsentieren, was noch größer oder platter oder dümmer ist, als das was dieser erwartete. Und das bis zum Schluss.
Natürlich fehlen auch die üblichen One-Liner nicht, doch unter der eben erwähnten Prämisse, ist an keinem davon etwas schlechtes dran.

Das Team gegen sich selbst
„Das Team“ ist übrigens nicht meine Bezeichnung für diese Gruppe an (ursprünglich Kleinkriminellen) international Gejagten, sondern die offizielle Bezeichnung.
Drive erhält der Film durch die Abwendung Doms und der Frage warum er das tat…könnte man jetzt meinen, doch vielmehr liegt die eigentliche Triebkraft in der bereits angesprochenen Haltung des Films. Die Storyschnipsel sind schnell zusammengesetzt und dann beginnt es richtig loszugehen.
Auch innerhalb des verbliebenen Teams geht es rund und die – teilweise doch recht langen – One-Liner werden nicht nur als Stilmittel des Films, sondern auch unterhalb der Charaktere gut genutzt.

Ein Baum ohne Wurzeln
Wer die ersten Fast & Furious Filme gesehen hat, kennt die Ursprünge dieser Reihe: Illegale Straßenrennen mit dezent überzogener Hood-Mentalität.
Das gibt es so nicht mehr. Ja, es wird auch hier ein Rennen gefahren, und ja, auch hier gibt es diese stark zelebrierte Familienstellung, dennoch fühlt sich das alles anders an. Weil die Skalierung sich wesentlich verändert hat. Alles muss größer und lauter und „krasser“ sein. So reicht ein einfaches Rennen nicht aus, sondern es muss auch hier wieder jede Menge zu Bruch gehen und ohne Feuer, wär das ja auch nicht das richtige.
Damit legt der Film den Grundton für den restlichen Verlauf fest und macht ganz deutlich, worauf sich der Zuschauer einstellen muss. Das ist ok, könnte aber nicht weiter von den Anfängen entfernt sein.

Kamera
Wer auch immer dieses Mal für die Kamerafahrten zuständig war, dem sei folgendes gesagt: verwakelte Perspektivenwechsel sorgen für Übelkeit und Ärgenis, nicht für Spannung und Action 😉
Gerade die Nahkampfszenen hätte man wesentlich eindrucksvoller gestalten können. Klar, das hier ist kein „The Raid“, aber zumindest hätte ich mir erwartet, dass man die Ruhe behält. Sehr schade.

Fazit
Ich hatte eine Menge Spaß mit dem Film, weil ich keine hohen Erwartungen an Tiefe und Emotionalität hatte. Wirklich fesseln tut der Film auch auf einer ganz anderen Ebene. Wer also explosives und buddy-humorvolles 4K Kino (mit Autos) sehen will, der ist hier durchaus richtig. Alle anderen sollten lieber einen alten Teil der Reihe auf DVD schauen, bevor sie sich für den Kinogang entscheiden.

PeeT

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